Die Geschichte der Marktgemeinde Micheldorf     

Wappen Mdf

Die Marktgemeinde Micheldorf zählt mit ihren 50,30 km² und ca. 6000 Einwohnern zu den größten Gemeinden im Bezirk Kirchdorf.

Das Straßennetz umfasst eine Gesamtlänge von ca. 190 Kilometern.

Insgesamt beschäftigt die Marktgemeinde Micheldorf 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die sich auf die Verwaltung, den Bauhof, die Kindergärten und den Hort aufteilen.

Das Gemeindewappen, von Ernst Baumert gestaltet, zeigt in der linken Hälfte eine Ionische Säule auf grünem Grund welches von einem goldenen, gleicharmigen Kreuz überhöht ist.

In der rechten Hälfte des Wappens sind zwei nach auswärts gekehrte, senkrecht stehende Plugsech in den gewechselten Farben Silber und Schwarz zu sehen.

Dieses Wappen führt die Marktgemeinde Micheldorf seit dem Jahre 1975.

 

Schon im 10. Jahrhundert berichtet eine Urkunde über den Bestand eines größeren Dorfes im Bereich der Oberen Krems. Das Wort "Michel" bedeutet im Mittelhochdeutschen soviel wie "groß" und kommt in einigen Flurnamen, wie "Michelberg" ua. ebenfalls vor. Einst zum Königreich Norikum mit seiner Hauptstadt auf dem Kärntner Magdalenaberg gehörig, wurde das Gebiet nach den Illyrern von den Kelten bewohnt und erlebte unter der Herrschaft der Römer bis zum Beginn der Völkerwanderung eine Zeit wirtschaftlicher Blüte. Zur Sicherung ihrer neuen Provinz Norikum errichteten die Römer entlang der Donau eine Reihe von Legionslagern und Kastellen, die sie mittels gut angelegter Straßen mit ihrem Mutterland verbanden. Einem prähistorischen Straßenzug folgend, bauten die Römer über den Pyhrnpaß, durchs Teichl-, Steyr- und Kremstal führend, eine Poststraße nach Ovilava (Wels). Tutatio, man nimmt an, dass es im Bereich des Müllerviertels gelegen haben muss, war eine der Poststationen an dieser wichtigen Straße, deren Verlauf durch das Tal man heute noch vom Georgenberg aus verfolgen kann.

 

Der Georgenberg, das Wahrzeichen des Oberen Kremstales, gab einer keltischen Fliehburg Platz, innerhalb deren Wällen sich ein Umgangstempel, ein römischer Wachtturm und ein Gräberfeld befanden.

 

Im 15. Jahrhundert entstanden in Micheldorf, vorerst im bescheidenen Ausmaß, die Wasserkraft der Krems nutzend, die ersten Sensenschmieden. Die rasche Entwicklung dieses Erwerbszweiges brachte es mit sich, dass schon im Jahre 1595 sich die 13 in Micheldorf arbeitenden Meister und 36 weitere der umliegenden Täler zu einer Zunft vereinigten und eine Zunftordnung beschlossen.

 

Wenn auch das Geschlecht der Jörger auf Pernstein die Entwicklung des Sensenhandwerkes förderte, Wohlstand im Tale einkehrte und die Sensenherrn gern als schwarze Grafen bezeichnet wurden, bleiben doch auf Meisternamen wie Grätt, Kaltenprunner, Zeitlinger, Pfusterschmied, Weinmeister, Steinhuber, Hierzenberger u.v.a. mit der Geschichte und dem Schicksal dieses Erwerbszweiges eng verbunden.

 

Burg Altpernstein und der Georgenberg können als die Wahrzeichen des Oberen Kremstales angesehen werden.

Wie eingangs berichtet, stand bereits im 4. Jahrhundert auf dem Georgenberg, der allerdings erst 1334 urkundlich erwähnt wird, eine frühchristliche Kirche.

 

Die auf einer Felsnase des Westabhanges des Hirschwaldsteins stehenden Burg Altpernstein dürfte im 11. Jahrhundert zum Schutze der durchs Talführenden wichtigen Handelsstraße errichtet worden sein. Nach der 1529 erfolgten Auslösung ging die Burg 1581 in den Besitz der Jörger über. Als erster bekannter Besitzer wird für die Zeit von 1177/1200 der Ministeriale Pillung von Pernstein genannt. Im Jahre ging die Burg 1581 in den Besitz der Jörger über. Nachdem unglücklichen Ausgang des Adelsaufstandes im Land ob der Enns verstarb der letzte Jörger, Karl, nach seiner Gefangennahme 1622 auf der passauischen Festung Oberhaus.

 

Die Burg wurde 1629 an das Stift Kremsmünster verkauft. Die sich heute noch im Besitze des Benediktinerstiftes befindlichen Burg wurde 1948 an die Diözese Linz verpachtet und von dieser ein Schulungszentrum für die Kat. Jugend errichtet. Eine Reihe wichtiger Reparaturarbeiten, welche die Diözese finanzierte, trugen zur Erhaltung dieses Kleinods des Burgenbaues bei.

 




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